Robur LO 2500 PP, blassgrün

Art. 30506

Robur LO 2500 Koffer

Art. 30512

Robur LO 2501 PP

Art. 30606

Robur LO 2500 PP, kieselgrau

Art. 30506

Robur LO 2500 PP "DRK"

Art. 30514

Robur LO 2500 PP "Feuerwehr"

Art. 30513

Modellprogramm

Lastkraftwagen

 

Der Name "Robur" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "der Kraftvolle". Als Lkw-Bezeichnung  wurde er 1957 kreiert, als das ehemalige Phänomen-Werk im südlichen Sachsen die neue Bezeichnung VEB ROBUR-Werke, Zittau, erhielt.

Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Firmengründer Gustav Hiller in Zittau als Erfinder und Hersteller von modernen Fahrrädern hervorgetan, deren Kettenantrieb -so sah es Hiller- ein "Phänomen" waren. Unter diesem Namen folgte der anfänglichen Fahrrad-Produktion später Vierrad-Kleinfahrzeuge und 1927 stieg man sogar ins Lastwagengeschäft ein.

Die Phänomen-Lieferwagen waren vor allem bei der Deutschen Reichspost beliebt. Anfang der 30er Jahre erschien der Typ "Phänomen Granit 25", ein 1,5-Tonner - und davon abgeleitet der Typ "Granit 30" mit 2,5 Tonnen Nutzlast. Allen gemeinsam waren die luftgekühlten Motoren, die ab 1936 auch die markante Optik mit der runden Haube ohne die klassische Kühlerform bestimmten.

Diese unverwechselbare Linie blieb den Phänomen-Lastwagen bis Mitte der 50er Jahre erhalten. Luftgekühlte Motoren bilden in der Fahrzeuggeschichte zwar eher eine Ausnahme, wurden aber im Falle des Herstellers Phänomen zum Markenmerkmal des Unternehmens.

Das Werk war zwar während des Krieges kaum zerstört worden, die sowjetischen Besatzer aber demontierten die Anlagen, und die verbliebenen Beschäftigten mussten sich mit verschiedenen Reparaturen durchschlagen. Erst 1950 lief die Serienfertigung des aus der Vorkriegszeit bekannten 1,5-Tonner-Lkws, nun zum 2-Tonner aufgelastet und als Granit 27 bezeichnet, wieder an. Inzwischen befand sich das Unternehmen längst in Volkseigentum - und damit einher gingen die bekannten Mängel an Material und Kapital.

Einen bedeutenden Schritt brachte das Jahr 1954. Die bis dahin nur dezent weiterentwickelte Baureihe erhielt ein gründliches "Facelifting". Die Kabine wurde modernisiert, die Motorleistung des Benziners auf 60 PS gesteigert, die Lasten angehoben, womit die nun 20 Jahre alte Grundkonzeption der inzwischen in vielfältigen Ausführungen lieferbaren Baureihe den gestiegenen Anforderungen angepasst worden war.

Unübersehbar aber blieb, dass es Zeit für ein komplett neues Fahrzeug war, um den sich  abzeichnenden Tendenzen im internationalen Leicht-Lkw-Markt gerecht werden zu können.

Die klassischen Hauben-Laster liefen als Garant 30k bzw. Garant 32 noch bis 1961 weiter. In elf Produktionsjahren sind knapp 50.000 Haubenlaster als Phänomen Granit bzw. ROBUR Garant entstanden.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse des Jahres 1961 debütierte der neue Frontlenker-Lastwagen als LO 2500. LO stand für luftgekühlter Otto-Motor, die Ziffer gab die Nutzlastklasse von 2.500 kg an. Technisch waren die ROBUR-Frontlenker eine Neukonstruktion, wenngleich das massige Kabinendesign und die großen Räder 6.50 x 20 deutlich zeigten, dass Kompromisse gemacht werden mussten.

Der nächste Entwicklungsschritt und damit die zweite Generation der ROBUR-Frontlenker, folgte 1967 mit der Vorstellung der 01-Typen. Neben zahlreichen Detailverbesserungen gab es als äußeres Merkmal eine modifizierte Kühlerblende mit horizontalen Rippen anstelle des ovalen "Fischmauls". Die so genannten "Selbstmördertüren" des Fahrerhauses waren bereits Anfang 1965 durch die übliche, vorn angeschlagene Bauart ersetzt worden.

Erhebliche Verwirrung entstand 1965, als verlautete, dass die ROBUR-Fertigung in Zittau eingestellt werden sollte. Den Hintergrund bildeten die Überlegungen der VVB Automobilbau (Vereinigung Volkseigener Betriebe) zur Neuorganisation des Nutzfahrzeugbaus in der DDR. Die grundsätzliche Problematik bestand darin, dass die DDR zu dieser Zeit schon nicht mehr in der Lage war, ein komplettes Neubauprojekt durchzusetzen. Erstaunlich ist, dass es den wackeren Zittauern gelungen ist, ihr Werk trotz aller Widrigkeiten bis zum Ende der DDR am Leben zu halten. Geschickt setzten sie auf den Bedarf der NVA an geländegängigen Fahrzeugen und erreichten kleine Exporterfolge in den "nicht sozialistischen Wirtschaftsraum".  

Der Nachfolger für den ROBUR kam nie auf die Beine. Es blieb bei Funktionsmustern.

Nach der erlösenden Wende im Jahr 1990 endete die Fertigung der Zittauer ROBUR-Lastwagen.

Die Robur-Modelle werden unter der Artikel-Gruppe 305... geführt.
Die aktuell werkseitig lieferbaren Modelle sind in der Modellliste einzusehen.